Tag 1 Canoe Tour Zambezi
Frühmorgens fahren wir in vier Stunden nach Chirundu. Chirundu ist das Grenzdorf bei der Brücke über den Zambezi die nach Zimbabwe führt. Chirundu ist hässlich, voll Staub, Schlaglöcher und Lastwagen. Die LKW warten hier oft tagelang auf ihre Papiere zum Grenzübertritt. Trostlos!
Wir holpern weiter in die Breeze Lodge.
Martin unser Kanu Guide für die nächsten drei Tage erwartet uns bereits. Auf dem Sambesi bläst im Moment ein starker Gegenwind und Martin will darum noch nicht starten. Darum kredenzt er, halb im Busch, zuerst ein improvisiertes Mittagessen. Auf die Frage von Heidi, ob es den hier keine Schlangen gebe, verneint Martin. Als Herbert die leeren Flaschen in die Lodge zurückbringt, läuft im eine 2 m Schlage direkt über den Weg!
Martin macht eine kurze theoretische Einführung in Canoeing: Keine Körperteile ins Wasser halten wegen den Krokodilen, die Hippos möglichst mit Abstand umfahren und paddeln, paddeln. Er fragt nach unserer Kanuerfahrung. Da ist Null - Martin verzieht keine Miene. Die Kanus werden immer schwerer; Zelte, Küchengeräte, Lebensmittel für drei Tage, alles muss rein.
Um 15.00 Uhr starten wir endlich. Der Wind hat allerdings nicht nachgelassen. Es ist offensichtlich der letzte Termin um überhaupt noch wegzukommen. Unsere fehlende Erfahrung zeigt sich sofort; wir fahren rückwärts, Zick-Zack, nur nicht geradeaus. Mit der Zeit geht es etwas besser. Auf einer Sandbank begrüsst uns ein freundlicher Elefant. Jetzt kommen die ersten Hippos. Martin schlägt mit dem Paddel immer wieder auf den Rand des Kanus – und überall tauchen in bedrohlicher Nähe die bis 4,5 Tonnen schweren Kolosse auf. Oft sieht man nur ihre drolligen Kulleraugen und die Ohren aus dem Wasser ragen. Sieht ganz harmlos aus! Wir haben nur noch Angst. Unsere Steuerkünste sind auch nicht viel besser geworden. Oft geraten wir in gefährliche Nähe dieser Biester. Guide Martin scheint nun auch unruhig zu werden. Er scheucht uns immer wieder aus den Gefahrenbereichen.
Die ganze Situation überträgt sich auf die einzelnen Kanus. Diskussionen von Vorder- zu Hintermann und umgekehrt werden immer häufiger und giftiger. Die ersten Ehekrisen bahnen sich an. Das Ganze verbessert unsere Steuerkünste auch nicht wirklich. Und – der Wind ist immer noch gegen uns.
Es dämmert bereits und Martin hat sich eine kleine Insel mitten im Fluss zum Übernachten ausgesucht. Auf die Frage nach Krokodilen weicht er aus: die würden maximal 8 m vom Wasser weggehen. Vorsichtshalber schlagen wir unser Camp 10 m vom Wasser auf! Wir sind todmüde.
Tag 2 Canoe Tour Zambezi
Um 5 Uhr ist Tagwache. Um uns einen dritten Tag auf dem Wasser zu ersparen, will Martin heute den ganzen Rest der Streck bewältigen. Der Wind hat leicht nachgelassen. Wir sind wieder fit. Nur unsere Steuerkünste haben sich über Nacht nicht markant verbessert. Martin bekommt jedes Mal die Krise, wenn wieder ein Kanu in die Uferböschung knallt und ein Krokodil verschreckt ins Wasser gleitet.
Die Flusslandschaft als Grenze zwischen Sambia und Zimbabwe ist wunderschön, nur - geniessen sollte man sie können. Eindrücklich: ich habe noch nie im Leben so viele Hippos gesehen.
Kurz vor Sonnenuntergang sind wir am Ziel. Zelt aufstellen, Essen geht wie in Trance, so kaputt sind wir. Um 20.00 Uhr sind alle im Schlafsack.
Tag 3 Canoe Tour Zambezi
Wir ziehen Bilanz: 48 km Kanufahrt auf dem Sambesi mit ständigen Gegenwind – geschafft. Alle heil angekommen – geschafft! Alle Ehen ganz geblieben – geschafft! Wer würde die Tour noch einmal machen - niemand! Wer ist stolz, die Tour gemacht zu haben – alle!
Der Fahrer zum Flugplatz ist erschienen. Die Fahrt ist abenteuerlich, es geht rauf und runter, durch Flussbette und Gebüsch. 10 Minuten vor Abflugzeit ist weit und breit noch keine Piste in Sicht. Wir sind nervös. Plötzlich der Royal Airstrip. Der Pilot erwartet uns persönlich, Tickets will er keine sehen. Er gibt Vollgas zum Starten und bricht abrupt wieder ab. Durch das Cockpitfenster sehen wir zwei Elefanten gemütlich über die Piste schlendern.
In Lusaka Backpackers holen wir den Rest unseres Gepäckes und machen uns wieder auf den Weg zum Flughafen