Wikipedia schreibt:
«Leh ist eine Stadt im indisch verwalteten Ladakh in der umstrittenen Region Kaschmir. Sie ist die grösste Stadt und gemeinsame Hauptstadt von Ladakh. Sie liegt auf 3'500 m Höhe. Seit dem Mittelalter ist sie die Hauptstadt von Ladakh. Leh, war auch die historische Hauptstadt des Königreichs Ladakh.»
Binia und ich hatten eine gute Zeit hier in Leh - damals im Herbst 2005.
Zu Gast bei:
Ashik und Bijoo, die zwei Hotel-Brüder haben uns schnell Familienanschluss gewährt und uns jeden Wunsch erfüllt. Sie haben für uns herausfordernde und spannende Treks geplant und organisiert und so auch etwas den Grundstein für die spätere Trekking Industrie im Ladakh gelegt.
Nisha, die Frau von Bijoo hat uns in die Schule genommen, wo sie als Lehrerin arbeitet. Wir haben gelernt: Im Schulzimmer ohne Fenster und ohne Heizung ist es schnell kalt - also verlegt sie den Unterricht nach draussen an der angenehme Herbstsonne.
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Die Übersetzerin
Ashey ist Studentin in den Semesterferien und Freundin von Nisha.
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Ihr Eltern sind Bauern und pflanzen u.a. Kartoffeln an. Eine Herausforderung auf 3’500m Höhe! Und wie findet man beim Graben die Kartoffel in all den Steinen?
Ashy hat zwei ältere Brüder, der Älteste ist Mönch im Kloster, der Zweite beim Militär (China ist hier auf Atem-Nähe). So geht Gleichberechtigung im Ladakh, die zwei Brüder versorgt – jetzt kann die Tochter studieren.
Den älteren Bruder haben wir im Kloster Thiksey zum Morgenbebet besucht. Morgen wörtlich genommen: Die Zeremonie beginnt zu 5.00 Uhr und dauert 2 ½ Stunden. Eindrucksvoll - aber meine Knochen nach 2 ½ Stunden im Schneidersitz!
Klöster wurden in abgelegenen Gebieten errichtet, die nicht stark frequentiert waren, oft auf Hügeln, damit die Mönche ohne Störungen meditieren konnten. Die Menschen besuchten diese Klöster nicht nur in schwierigen Zeiten, um Zuflucht zu suchen, sondern auch, um zu beten, wenn ihnen etwas Gutes widerfahren war. So wurden diese Klöster Zeugen der Wellen der Geschichte und sind Zeugnisse der jahrhundertealten reichen Kultur und Tradition Ladakhs.
Ashey gelingt es, uns beim Besuch der Klöster Shey, Thiksey, Hemis, Spituk, Likir und Alchi die reichhaltigen buddhistischen Kultur etwas näher zu bringen.
Unser Trekking-Team
Bashir der Ponyman, ein ruhiger älterer Mann mit einem Gesicht aus Leder und seine drei Pferde haben hier in der Gegend schon jeden Stein gesehen behauptet Ashik als er uns Bashir vermittelt. Bashir redet nur selten und wenn, dann sicher nicht Englisch.
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Auf dem Weg zum Stok La (4’855m) ist es dann doch passiert. Der Schneefall wurde immer heftiger, Bashir besorgter um seine ganze Lebensgrundlage - die Pferde. Kurz vor dem Pass war es dann soweit. «Da..it» aus dem Mund von Bashir…, und wir kehren um
Dilip, als Koch vervollständigte unser 4er Privatteam. Dilip ist jung, unternehmungslustig und der krasse Gegensatz zu Bashir. Trotzdem, ein Super-Team.
Richtig in Fahrt kommt Dilip an einem Abend irgendwo in der Gegend von Rizong. Der Sham valley trek, boshaft als «Baby Trek» bezeichnet, ist unser Test-Trek. Es ist Abend, draussen schneit es leicht aber im Küchenzelt ist es urgemütlich. Und dann kommt sie, die Lehrerin aus dem Nichts; jung, hübsch und froh, endlich andere Gesichter zu sehen. Es wird ein langer Abend. Dilip, Feuer und Flamme im Schnee – und das erste Mal verliebt. „Nga tshep chus“ sagt er.
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Zu guter Letzt, das Orakel
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Mein Wunsch, das Orakel von Saboo zu besuchen finden Ashik und Bijoo aber dann doch ziemlich schräg. Ein Westler mit all seinen Hightech Medizinern will seine Schuppenflechten durch ein mystisches Orakel heilen lassen! Ihr Glaube an meinen Verstand (oder die westliche Medizin) sinkt rapide. Trotzdem, Ashy muss her und wir fahren zu Dritt mit dem öffentlichen in ¾ Std. Bus über die holprige Strasse nach Saboo. Das Haus ist schnell gefunden. 10 bis 12 Personen stehen, knien oder liegen im mehr oder weniger bemitleidungsdürftigem Zustand vor der Haustüre. Vom Orakel aber weit und breit keine Spur. Wie Ashy herausfindet warten und übernachten ein Teil der Leute schon über zwei Tage auf ihr ganz persönliches Wunder. Das Orakel ist schlichtweg nicht da, sondern an einer wichtigen (Orakel?)Konferenz in Lamayuru. Das heisst für mich, die Schuppenflechten wieder nach Hause zurücknehmen.
Die «Abkürzung» nach Leh
Der Bus zurück nach Leh erst am späteren Abend fährt, kann ich meinen Geheimplan auspacken. Bereits am Vortag habe ich die Karten studiert und überlegt, zu Fuss nach Leh zurück zu kehren. Allerdings nicht der Strasse nach sondern eine Abkürzung über die Berge schien mir relativ einfach. Meine zwei Damen sind vom Plan überhaupt nicht begeistert, stimmen unter Protest trotzdem zu. Nach einer Stunde erreichen wir eine Hochebene. Der Wind bläst uns den Sand ins Gesicht. Einen sichtbaren Weg gibt es jetzt keinen mehr und die Wander-Wegweiser aus der Schweiz würden extrem helfen. Nach einer weiteren Stunde begegnen wir zwei Hirten mit einer grossen Schafherde. Was um Gottes Willen sollen die armen Schafe in dieser Stein- und Sandwüste fressen?
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Der Weg nach Leh? Die Hirten schauen sich an, schütteln den Kopf und weisen nicht sehr überzeugend, in Richtung der grossen Felsen.
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Nach einer weiteren Stunde geht Binia in den Streik und Ashy folgt ihr sofort solidarisch. Es ist jetzt heiss, die Flaschen sind leer und der Sand fegt nach wie vor unerbittlich ins Gesicht. Nach 20 Minuten habe ich Ashey und Binia überzeugt, dass Vorwärts (wahrscheinlich) klüger und kürzer ist, als zurück. Nach einer weiteren ½ Stunde erreichen wir tatsächlich den gesuchten Pass. Mir fällt ein Stein vom Herzen, jetzt bin ich überzeugt, Leh doch noch zu finden. Der Abstieg ist steil und zum Teil nicht ungefährlich. Plötzlich sehen wir weit unten eine Ruine – das kann eigentlich nur Leh Palace sein! Jetzt kippt die Stimmung ins euphorische, wir haben es tatsächlich geschafft!
Knapp 5 Stunden haben wir für meine «Abkürzung» gebraucht. Ich habe bei Ashy und Binia scheinbar einiges an Glaubwürdigkeit verloren: Hinweis darauf: «Ohne einheimischen Führer kommen wir nicht mehr mit».












