Bergführeer in Saas-Fee

bergfuerer 2 Die ersten Bergführer in Saas-Fee

 

Es ist das Jahr 1778, als der Berner Siegmund Gruner in seinem Werk

«Reisen durch die merkwürdigsten Gegenden Helvetiens» die Berge der Vispertäler als

«die scheusslichste Wildnis der Schweiz» und «das schweizerische Grönland» beschreibt.

 

 

 

 

 

 

 

Erster Zug Juli 1891 

Aber bald später tönte es anders. 1884 bezeichnet

Ivan Tschudi im Reiseführer «Der Tourist in der Schweiz»

Saas-Fee als «eine der schönsten Perlen der Alpenwelt».

 

Mit Tragstühlen wurden die Gäste bis 1906 über den Monte-Moro-Pass transportiert. Es brauchte jeweils vier Träger. Für die Strecke Stalden–Saas-Fee erhielt jeder acht Franken, was damals ein ansehnlicher Verdienst war.

 
Die erste touristische Erstbesteigung ist nachweislich im Jahre 1822 geschehen, Kaspar Hirzel aus Zürich stieg über den Monte-Moro- Pass nach Macugnaga und drei Jahre später sind die ersten Engländer da. Jetzt beginnt das goldene Zeitalter des Alpinismus. Die Saaser Bergführer stehen nicht abseits da. 1854 wird das Strahlhorn als erster Saaser Viertausender bezwungen, mit dabei der Bergführer Franz Andenmatten. Alexander Burgener aus Eisten schaffte es zum Titel «König der Bergführer». Seine Erstbesteigungen (Matterhorn Zmuttgrat, Chamonix, Kaukasus) sind einzigartig und noch heute ist man gefordert, diese Touren erfolgreich zu absolvieren. Die Krönung bringt dann Matthias Zurbriggen. Im Alleingang besteigt er am 14. Januar 1897 den 6970 Meter hohen Aconcagua, den höchsten Berg Südamerikas. Dies war ein echtes Meisterstück, wenn man bedenkt, welche Logistik es damals brauchte, nur schon um an dieses Gebirge heranzukommen. Wegen der südlichen Lage und den oft extremen Wetterbedingungen ist die Besteigung des Aconcaguas durchaus ver- gleichbar mit der Besteigung eines Achttausenders. Die grosse Leistung dieser Bergführer lag nicht in der Überwindung der technischen Schwierigkeiten, sondern darin, dass sie die Enge des damaligen Geistes und Aberglaubens überwanden. Hier wurde von den ersten Bergführern Pionierarbeit geleistet und wichtige Grundsteine für den Fremdenverkehr gelegt.
 
Bergführerverein Saastal
Bereits 90 Jahre alt ist der Bergführerverein Saas-Fee/Saastal. Er wurde 1927 gegründet und zählte damals rund 40 Mitglieder. 1952 erreichte der Verein mit 73 Mitgliedern den Höchststand. Heute hat der Bergführerverein Saas-Fee/Saastal rund zwei Dutzend aktive Mitglieder. 1968 wurde in Saas-Fee das Bergführerbüro eröffnet. 1978 wurde in Saas-Grund die erste Bergsportschule gegründet. Die Saaser Bergführer haben die Zeichen der Zeit erkannt. Mit dem Bau von fünf Klettersteigen ist das Saastal zum wahren Klettersteig-Eldorado der Schweiz geworden. Die Schluchttour Gorge Alpine, der schönste Weg von Saas-Fee nach Saas-Grund, bietet nicht nur dem Gast ein grossartiges Erlebnis, für die Bergführer ist dies heute auch eine wichtige Verdienstmöglichkeit, sogar im Winter können die Gäste diese Schlucht genussvoll mit Bergführer begehen. Im Jahre 1902 kostete die Besteigung des 4545 Meter hohen Doms 100 Franken. Für das Allalin musste der Gast 25 Franken bezahlen. Interessant sind diese Zahlen, wenn man bedenkt, dass ein Taglöhner pro Tag rund drei Franken verdiente.
 Im Saastal gab es zwei Pickelschmieden, deren Pickel weltweit begehrt waren. Um 1908 kostete ein Pickel 8 Franken. Für 8-zackige Steigeisen musste man 10 Franken bezahlen, ein Bergstock mit Eschenstiel kostete drei Franken und für ein Hanfseil von 30 Meter musste man 15 Franken hinblättern.
Heute wäre es oft angebracht, in stillen Stunden uns das Leben unserer Vorfahren zu Gemüte zu führen. Dies könnte uns helfen, die Schwellenängste unserer Zeit besser zu überwinden. Das Geheimnis ist bald gelüftet: Einfachheit, Ausdauer, Gastfreundschaft, Zufriedenheit, Treue, Heimatliebe. In diesem Sinne wollen die Saaser Bergführer auch heute Gastgeber sein und ihren treuen Gästen dienen. Ein Bergdorf erwacht aus seinem Dornröschenschlaf.